Liberalisierung des Bestattungsrechts

Junge Liberale Bochum fordern eine Liberalisierung des Bestattungsrechts
Alte Regelungen seien nicht mehr zeitgemäß und müssten neu gedacht werden
Die Jungen Liberalen Bochum fordern, dass das nordrhein-westfälische Bestattungsrecht modernisiert und für alternative Bestattungsmethoden geöffnet wird. Léon Beck (22), Kreisvorsitzender, erklärt hierzu: „Die Regelungen in unserem Bestattungsrecht sind teilweise über 200 Jahre alt oder stammen in Teilen aus dem Feuerbestattungsgesetz der NS-Zeit. Wir fordern eine moderne Ausrichtung des Gesetzes, welche sich an unsere Zeit anpasst.“
Am bestehenden Gesetz kritisieren die Jungen Liberalen Bochum, dass es keinen Spielraum für individuelle Wünsche des Verstorbenen ließe. Außer der Erd- und Feuerbestattung mit anschließender Beisetzung ist keine weitere Bestattungsart innerhalb Deutschlands erlaubt (die Seebestattung muss außerhalb deutscher Gewässer stattfinden), obwohl es keinen rationalen Grund gäbe, diese zu verbieten. Die bestehenden Gesetze beruhten unter anderem noch darauf, dass angenommen wurde, Leichen würden Seuchen verbreiten. Mittlerweile sei bewiesen, dass beispielsweise Totenasche vollkommen steril ist. Trotzdem ist es weiterhin verboten, die Asche zum Beispiel in Flüssen zu verstreuen, was unter anderem in den Niederlanden erlaubt ist. „Wir müssen den vorherrschenden Bestattungstourismus eindämmen, damit die Verstorbenen auch wirklich dort ihre letzte Ruhe finden, wo sie es sich wünschen. Niemand möchte, dass Familie und Freunde ungewollt in das Ausland fahren müssen, um dem Toten zu gedenken“, stellt Beck fest.
In den letzten Jahren hätte sich eine große Vielfalt an alternativen Bestattungsmethoden entwickelt, welche allerdings in Nordrhein-Westfalen „rigoros ignoriert“ würden. Als Beispiele seien hier, neben der Flussbestattung, die Luft- bzw. Weltraumbestattung oder die Diamantbestattung zu nennen. „In Zeiten des offeneren Umgangs mit dem Tod sollten wir nicht mehr auf alten Regelungen beharren, sondern den Menschen die Möglichkeit eröffnen, sich so bestatten zu lassen wie sie es sich wünschen“, so Beck anschließend.