Die JuLis Bochum fordern den schrittweisen Ausstieg der Stadt Bochum aus der direkten Finanzierung des Tierparks + Fossilium Bochum. Der jährliche Betriebskostenzuschuss soll mittel- bis langfristig sukzessive auf Null reduziert werden. Innerhalb dieses Zeitraums ist in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung ein Privatisierungs- und Transformationskonzept zu entwickeln, das einen nachhaltigen, eigenwirtschaftlichen Betrieb ohne städtische Zuschüsse ermöglicht. Der Prozess ist so zu gestalten, dass er tierfreundlich, arbeitnehmerfreundlich und sozial verträglich verläuft.
Begründung
1. Haushaltsdisziplin und Priorisierung
Die Stadt Bochum steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen in den Bereichen Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung. Ein jährlicher Zuschuss in Höhe von fast einer Million Euro für eine Freizeiteinrichtung ist angesichts knapper Kassen kritisch zu hinterfragen. Ziel muss es sein, städtische Mittel dort einzusetzen, wo sie Kernaufgaben der Daseinsvorsorge erfüllen.
2. Stärkung der Eigenverantwortung und Marktorientierung
Der Tierpark Bochum hat bereits heute eine starke Eigenfinanzierungsquote und eine attraktive Markenpräsenz. Ein schrittweiser Rückzug der Stadt zwingt die gGmbH dazu, ihre Geschäftsmodelle (Gastronomie, Merchandising, Events) weiter zu optimieren und private Investoren oder Sponsoren noch stärker einzubinden. Wettbewerb fördert hier Innovation und Effizienz.
3. Anpassung an gesellschaftliche Wertewandel
Die Akzeptanz für die Haltung von Wildtieren in urbanen, räumlich begrenzten Anlagen sinkt stetig. Ein „Weiter so“ ignoriert die wachsende Kritik an der Zurschaustellung exotischer Arten. Eine Transformation des Tierparks bietet die Chance, Bochum als Vorreiter für moderne, ökologische Bildungskonzepte zu positionieren, die weniger auf kostenintensive Großtierhaltung und mehr auf digitale Vermittlung oder heimische Biodiversität setzen.
4. Privatisierungspotenzial
Ein schrittweiser Ausstieg ebnet den Weg für ein Modell, in dem der Tierpark entweder vollständig durch einen Förderverein getragen wird oder als privatwirtschaftliches Unternehmen agiert. Dies entlastet nicht nur den Steuerzahler, sondern schafft auch mehr unternehmerische Freiheit für die Parkleitung.